|
|
H20Chemisch besteht der Stoff Wasser aus Wassermolekülen (H2O), die wiederum aus je 2 Atomen Wasserstoff und einem Atom Sauerstoff zusammengesetzt sind. Damit Süßwasser zu Trinkwasser wird, muss es nach der EU-Trinkwasserverordnung so beschaffen sein, dass bei lebenslangem Genuss die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtigt wird. In unserer Klimazone sollte ein Mensch täglich zwei bis drei Liter Wasser trinken, wobei das Wasser überwiegend in Form von Getränken und Speisen aufgenommen wird. Wasser kommt somit nicht nur aus dem Wasserhahn, sondern steckt in allen möglichen Lebensmitteln (z.B. Limo, Gemüse, Obst) in unterschiedlichen Anteilen. Der Mensch selbst besteht zu zirka 60 Prozent aus Wasser (Zellen, Blut etc.) und benötigt selbiges, um zu überleben. Wer nur wenige Prozent seines Körperwassers verliert, spürt dies in Form von Konditionseinbrüchen, Thrombose- und Erfrierungsgefahr stellt sich ein und ab einer gewissen Menge ist der Wasserverlust für den Menschen sogar tödlich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist bei körperlicher Betätigung daher unerlässlich. Dies gilt natürlich auch beim Bergsteigen. Während man bei heißem Wetter das Wasser neben dem Urin auch in Form von Schweiß ausscheidet, verdampft man in größeren Höhen jede Menge Wasser über die gesteigerte Atemtätigkeit. |
|
|
Wasser im GebirgeDer Alpinist ist mit Wasser im Gebirge nicht nur in Form von Tee- oder Skiwasser konfrontiert, sondern etwa auch als Bach, den es zu überqueren gilt, als stillen Bergsee, heftiges Unwetter, Schnee und Eis bzw. vergletschertes Gelände. In den Alpen fallen regelmäßig und ausreichend Niederschläge, welche die Trinkwasserquellen speisen. Gletscher und Schnee bilden zudem gewaltige Wasserspeicher, die in letzter Zeit jedoch vehement abschmelzen. Dies bedeutet aber nicht, dass man im Gebirge immer und überall ausreichend Wasser findet. In Karstgebieten etwa verschwindet der Regen sehr rasch im Boden, um an ganz anderer, tiefer liegender Stelle als Quelle wieder aufzutauchen.
|
|
|
Bäche und Quellensind in den AV-Karten eingezeichnet. Ob sie aber wirklich sprudeln, hängt von der vorausgegangenen Witterung ab. Deshalb ist es besser, in den Bergen immer einen ausreichenden Trinkvorrat mitzuführen, auch wenn der ganz schön was wiegt.
Kann man das Wasser aus einem Bach oder einer Quelle trinken? Grundsätzlich handelt es sich dabei um Schmelzwasser, das von einem Gletscher beziehungsweise von Schneefeldern stammt oder um Regenwasser. Wenn das Wasser zügig fließt und direkt aus dem Berg kommt, kann man es auch trinken. Wenn es sich aber um einen Bach handelt, der sich unterhalb eines Almgeländes befindet, auf dem Tiere weiden, dann sollte man es besser nicht trinken, da nicht auszuschließen ist, dass die eine oder andere Kuh ihren Fladen in den Bach gesetzt hat. Auch bei stehenden Gewässern ist Vorsicht angeraten.
Übrigens ist das Wasser das direkt aus einem Gletscher kommt, oft trüb und wird deshalb auch als Gletschermilch bezeichnet. Dies liegt daran, dass in dem Wasser fein zerriebenes Gestein enthalten ist.
|
|
|
BrauchwasserWesentlich mehr als zum Trinken verwenden wir Wasser für Körperreinigung und –pflege, zum Kochen, zum Abspülen, für die Toilette, zum Hausbau u.v.m. Ohne Wasser also kein Leben, weder für Mensch, noch für Tiere und Pflanzen. So benötigt es der Fisch zum Schwimmen und selbst das Kamel oder der staubigste Kaktus brauchen in regelmäßigen Abständen Wasser zum Überleben. Im Gebirge war und ist Wasser aber auch ein ganz wesentlicher Energielieferant. Wurden früher mit Wasserkraft Mühlen, Sägewerke oder Hammerschmieden betrieben, so sind es heute eher die Turbinen, die angetrieben durch Wasser aus den Stauseen, Strom erzeugen. Mit riesigen Wassermengen werden beispielsweise Pistengebiete künstlich beschneit oder Golfplätze bewässert. Auf bzw. im Wasser vergnügen sich ungezählte Freizeitsportler mittels Kajak, Raftboot, beim Canyoning oder einfach beim Schwimmen; im Winter hingegen mittels Schlittschuh, Rodel, Ski und Board bzw. beim Klettern an gefrorenen Wasserfällen. Auch als Transportweg spielte das Wasser in den Bergen früher eine zentrale Rolle, sei es zum Triften von Holz oder bei der Flößerei. Später war es die (Wasser-)Dampfmaschine, die als Dampflokomotive den Transport oder etwa als Dampfdreschmaschine die Arbeit erleichterte. |
|
|
NebelGerne wird vergessen, dass auch der Nebel aus Wasser besteht. Die Wassertröpfchen des Nebels sind wesentlich kleiner als Regentropfen, wobei selbst der dichteste Nebel kaum mehr als ein halbes Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft enthält. In einigen Hochgebirgen der Erde (z.B. Chile, Ecuador, Peru, Jemen, Südafrika) stößt man auf Gebiete, in denen zwar häufig Nebel auftritt, in denen es aber selten regnet. Hier wird teilweise mit Nebelnetzen das Tröpfchenwasser gesammelt und verwendet. So gibt es beispielsweise in Nepal ein Projekt, in dem mit sieben 40m²-Netzen eine Siedlung mit 75 Einwohnern ganzjährig mit Trinkwasser versorgt wird.
|
|
|
HochwasserAber Wasser war und ist nicht immer nur Segen. Denkt man an das letzte Elbhochwasser oder die Katastrophe von Galtür, dann kann ein zuviel des Guten (mit oder ohne verstärkende menschliche Fehler) rasch verheerende Auswirkungen haben. Über welche Kraft das Wasser verfügt, sieht man im Gebirge beispielsweise an Wildbächen, die Unmengen von Geröll mit sich führen können. Auch in Schluchten lässt sich gut feststellen, wie sich Wasser im Laufe der Jahrhunderte seinen Weg sucht und selbst die größten Felsbrocken abschleift.
|