|
alpenrose/Almenrausch (Rhododendron)
Die Alpenrose gehört zur Gattung der Rhododendren und zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Innerhalb der Alpenrosen gibt es wiederum verschiedene Arten, wobei die bekanntesten wohl die „Rostblättrige Alpenrose“ und die „Bewimperte Alpenrose“ sind. Beide bilden immergrüne buschige Sträucher, die bis zu 130 Zentimeter hoch werden. Die Blätter der Alpenrose sind an der Oberseite glänzend grün und kahl. An der Unterseite der Blätter unterscheiden sich die beiden Arten: Bei der „Rostblättrigen Alpenrose“ sind sie rostbraun; bei der „Bewimperten Alpenrose“ sind sie grün und der Blattrand ist „bewimpert“: Er hat waagrecht abstehende Wimpernhaare.
Die Alpenrosen blühen rosa bis rot. Die Blütezeit ist zwischen Mai und Juni/Juli. Ab August reifen dann die Kapselfrüchte heran. Wenn sie reif sind, springen sie auf und geben viele kleine Samen frei.
Ganz selten findet man auch weiße Alpenrosen, deren Standort die Einheimischen aber meistens geheimhalten. Die weiße Alpenrose soll nämlich eine Zauberpflanze sein und Goldadern anzeigen.
|
|
|
Vorkommen
Während die „Rostblättrige Alpenrose“ saure Böden bevorzugt, fühlt sich die „Bewimperte Alpenrose“ auf kalkreichen Böden wohl. Die Alpenrose wächst in Höhenlagen zwischen 500 und 2800 Metern. Obwohl sie in den Alpen zuhause ist, ist die Alpenrose frostempfindlich. Sie kann nur unter einer geschlossenen Schneedecke überleben, die sie vor dem Erfrieren schützt.
Achtung: Giftig! Die Alpenrose ist stark giftig für Mensch und Tier (Wiederkäuer) – insbesondere die Blüten, der Nektar, die Blätter und die Früchte. Mögliche Vergiftungssymptome sind Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen und Durchfall bis hin zu Atemstörungen und Krampfanfällen.
Geschichten
Im Volksglauben wird die Alpenrose gerne mit Blitz und Donner in Verbindung gebracht. Man glaubte, dass sie Gewitter anziehe, weshalb sie früher auch „Donnerblume“ genannt wurde. Man achtete darauf, sich bei einem herannahenden Gewitter nicht in der Nähe von Alpenrosen aufzuhalten und auch keine im Haus oder der Almhütte zu haben. Auch als Feuerholz wurde die Alpenrose nicht verwendet: Man glaubte, dass dann alle Speisen anbrennen.
|
|
Arnica (arnica montana)
Die Arnika wird auch Bergwohlverleih, Engelkraut oder Johannisblume genannt und gehört zur Familie der Korbblütler. Die Pflanze wird meist zwischen 20 und 30 Zentimetern hoch, ihre Blätter und ihr Stängel sind behaart. Die Arnika blüht zwischen Juni und August leuchtend gelb, wobei die Blüte meist zerzaust und asymmetrisch aussieht.
Vorkommen
Von den insgesamt etwa 30 Arten kommen in Europa nur zwei vor. Man findet sie von den Pyrenäen über die Alpen bis zum Balkan und nördlich davon bis Südskandinavien und im Baltikum. Ansonsten ist die Arnika in Nordamerika weit verbreitet. Bevorzugte Standorte sind saure und magere Wiesen sowie lichte Wälder. Die Arnika wächst in Höhenlagen zwischen 800 und 2800 Metern, meidet aber Kalkböden.
|
|
Verwendung
Die Arnika ist eine alte Zauberpflanze und spielt auch im volkstümlichen Brauchtum (z.B. bei der Sommersonnenwende) eine wichtige Rolle. Selbst dem Schnupftabak und dem zu rauchenden Kräutertabak wurde sie früher zugesetzt. Auch heute noch wird die Arnika als Heilpflanze verwendet – und zwar als äußerlich anzuwendende Tinktur, Salbe oder Creme, aber auch für innere Anwendungen (z.B. Tee, Homöopathie). Das die Pflanze eine Reizwirkung ausübt, wird sie nur mit Vorsicht und stark verdünnt angewendet. Eingesetzt werden die Arnikablüten in erster Linie bei stumpfen Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen, Muskel- und Sehenzerrungen, Blutergüsse) und bei rheumatischen Gelenkbeschwerden.
Achtung: Geschützt und giftig! Bei uns ist die Arnika geschützt und darf nicht gepflückt werden! Bei unsachgemäßer oder zu intensiver Anwendung (z.B. zu wenig verdünnt) können Hautreizungen, allergische Reaktionen und sogar Vergiftungserscheinungen auftreten.
|
|
Edelweiß (Leontopodium alpinum)
Das Edelweiß ist eine der bekanntesten Alpenblumen. Früher wurde es auch Bauchwehbleamerl oder Almsterndl genannt. Die Pflanzen werden fünf bis 20 Zentimeter hoch und haben fünf bis 15 weiß glänzende Hochblätter, die einen mehrzackigen Stern formen. Dieser Stern ist eine Scheinblüte, die den eigentlichen Blütenstand umgibt. Die Blütezeit ist zwischen Juli und September. Der weiße Schimmer des Edelweißes kommt von unzählig vielen Luftbläschen in den Haaren der Hochblätter, die das einfallende Licht reflektieren. Dies lockt nicht nur Insekten an, sondern ist auch ein Verdunstungsschutz und ein Schutz vor Wärmeverlust.
Das Edelweiß ist Symbol der Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol und außerdem Abzeichen der militärischen Gebirgstruppen und der Bergwacht bzw. Bergrettung. Daneben wird es im Alpenraum auf vielen Souvenirs abgebildet.
Vorkommen
Das Edelweiß ist keine alteingesessene Alpenpflanze, sondern in der letzten Eiszeit aus Sibirien nach Europa eingewandert. Am ehesten findet man das Edelweiß auf steinigen Wiesen und Kalksteinfelsen in Höhen zwischen 1800 und 3000 Metern. Es wächst in mittel- und südeuropäischen Gebirgen wie den Pyrenäen, dem Balkan und den Alpen. Seine nächsten Verwandten wachsen in Tibet, im Himalaya und in Japan. In tieferen Lagen wachsende Pflanzen werden nicht nur größer, sondern haben eine weniger dichte Behaarung und erscheinen deshalb eher grünlich als weiß.
Verwendung
Früher verwendete man das Edelweiß auch als Heilkraut gegen Bauchschmerzen oder als Liebeszauber.
Achtung: Geschützt! Das Edelweiß steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter strengem Naturschutz und darf nicht gepflückt werden.
|
|
|
|
Eisenhut, blauer(Aconitum napaellus)
|
|
Der blaue Eisenhut gehört zur Gattung der Hahnenfußgewächse und wird manchmal auch Mönchskappe, Würgling oder Gifthut genannt. Die Pflanze wird zwischen 50 und 150 Zentimetern hoch und blüht von Juni bis August in dichten Trauben. Die blauen Blüten sind helmförmig (daher der Name „Hut“) und seine Wurzeln sind rübenartig.
Vorkommen
Eigentlich stammt der Eisenhut aus Sibirien, hat sich im Laufe der Zeit aber über Europa, Asien und Amerika ausgebreitet. Bei uns findet man ihn an feuchten und kalkhaltigen Stellen der Alpen bis auf Höhen von 3000 Metern und in den Mittelgebirgen. Weil er in den Alpen auf Almen sehr verbreitet ist, sorgt der Eisenhut immer wieder für den Tod von Weidevieh. Deshalb heißt er im Volksmund auch Ziegentod.
Achtung: Giftig! Die gesamte Pflanze – von der Wurzel bis zur Blüte – ist stark giftig! Besonders giftig ist die Wurzel. Nur durch eine Berührung mit der Pflanze über die Haut können Entzündungen und schwere Vergiftungen auftreten. Erst kommt es zu einem Prickeln auf den Lippen, dann wird die Zunge taub und die Taubheit erfasst allmählich den ganzen Körper. Der Tod tritt meist durch eine Lähmung der Atemmuskulatur ein.
|
|
Kein Wunder, dass ein solches Gift in früheren Jahrhunderten als Pfeilgift und für Morde verwendet wurde! Der blaue Eisenhut soll auch Bestandteil der berüchtigten Hexensalben gewesen sein.
Und: Neben dem blauen gibt es auch einen gelben Eisenhut, auch Wolfswurz genannt (siehe Harry Potter, Band 1), der ebenfalls sehr giftig ist.
|
|
|
Enzian (Gentiana)
|
|
Die Gattung der Enziangewächse umfasst weltweit 300 bis 400 Arten. Davon gibt es in Mitteleuropa etwa 35 verschiedene Arten – und zwar meist in den Alpen. Nicht jeder Enzian ist blau, sondern es gibt auch weiße, violette oder gelbe Arten. Die meisten Enziane schließen ihre Blüten bei bewölktem Himmel, Regen oder kalter Luft.
Wenn man vom Enzian spricht, meint man meist den stängellosen Enzian, der blau auf Tassen, T-Shirts und anderen Souvenirs abgebildet ist. Eine kleinere Variante ist der Frühlings-Enzian (auch Schusternagerl oder Himmelsstern genannt). Der ebenfalls blaue Schwalbenwurz- oder Schwalbenschwanz-Enzian hat dagegen viele Blüten auf einem Stängel. Weniger bekannt ist der Gelbe Enzian, der sehr langsam wächst und bis zu 60 Jahre alt werden kann.
Vorkommen
Jede Enzian-Art hat ihren typischen Standort. Insgesamt bevorzugen die Enziane gemäßigte Zonen. Man findet sie nicht nur in den Alpen, sondern auch in den südamerikanischen Anden, nicht aber in Afrika.
Verwendung
Aus den bis zu einen Meter langen Wurzeln des Gelben Enzians werden Arzneimittel (z.B. für Magen-Darm-Beschwerden) gewonnen und der Enzian-Schnaps gebrannt. Bei vielen Enzian-Arten schmecken die oberirdischen Teile bitter, deshalb werden sie vom Weidevieh gemieden.
|
|
|
Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
|
|
|
Der (gelbe) Frauenschuh ist sicher die schönste wildwachsende Orchideen-Art Europas. Mit dem Blühen lässt er sich aber Zeit: Zuerst entwickelt sich die Wurzel, die mit einem Pilzgeflecht umgeben ist. Der Pilz sorgt für die Nahrung in dieser Zeit. Erst nach vier Jahren entsteht aus dem Wurzelpilz das erste grüne Blatt. Blüten bildet der Frauenschuh erst im 14. bis 17. Jahr! Wenn er blüht, dann in der Zeit zwischen Mitte Mai und Ende Juni.
Der Name „Frauenschuh“ kommt vermutlich von der Form seiner Blüten, die ähnlich wie Frauenschuhe aussehen. Für die Bestäubung fängt die Pflanze Insekten. Die fallen in den Schuh und kommen erst wieder raus, wenn sie mit Pollen bedeckt sind.
Vorkommen
Grundsätzlich ist der Frauenschuh von Nord- über Mittel- und Osteuropa bis nach Asien verbreitet. Bei uns wächst er vor allem in schattigen Laubwäldern oder an buschigen Berghängen und zwar bis zu einer Höhe von 2000 Metern. Durch einseitige Forstwirtschaft und Menschen, die den Frauenschuh pflücken bzw. ausgraben, ist diese Orchideen-Art mittlerweile bei uns sehr selten geworden.
Achtung: Geschützt! Der Frauenschuh ist sehr gefährdet und entsprechend geschützt.
|
|
Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale)
|
|
Die Herbst-Zeitlose sieht zwar schön aus, ist aber sehr giftig. Vom Aussehen her kann man sie leicht mit einem Krokus verwechseln. Krokusse blühen allerdings eher im Frühjahr und Herbstzeitlosen meistens zwischen September und Oktober. Aber bereits im Frühjahr treibt die Herbstzeitlose spitze Blätter aus, die wiederum den Bärlauch- oder Maiglöckchen-Blättern zum Verwechseln ähnlich sehen.
Vorkommen
Ursprünglich stammt die Herbst-Zeitlose aus Westasien bzw. dem östlichen Mittelmeerraum. Heute findet man sie aber weit verbreitet in Süd-, Mittel- und Westeuropa. Besonders gerne wächst sie auf feuchten, nährstoffreichen Wiesen und Böschungen.
Achtung: Giftig! Alle Teile der Herbstzeitlose sind giftig; am giftigsten aber ist die Blüte. Je nach Dosis kann das Gift tödlich sein, zumindest aber schwere körperliche Schäden (z.B. Nierenschäden) hervorrufen. Dies ist auch der Grund, warum die meisten Tiere (z.B. Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen) sie nicht fressen.
Vor allem im Frühjahr kommt es bei Menschen immer wieder zu Vergiftungsfällen, wenn diese die Blätter der Herbstzeitlose mit dem Bärlauch verwechseln, und sich aus den giftigen Blättern eine Suppe oder ein Pesto zubereiten.
|
|
|
Latschenkiefer (Pinus mugo)
|
|
(auch Latsche, Legföhre, Legkiefer, Bergkiefer genannt)
Die Latsche gehört zur Gattung der Kiefern, wobei sogar die Bergkiefern in verschiedenen Unterarten vorkommen. Latschen werden zwischen einem und drei Meter hoch und haben einen auffallend krummen Wuchs. Stämme und Äste bilden meist ein undurchdringbares Gewirr. Ihre dunkelgrünen paarweisen Nadeln werden bis zu fünf Zentimetern lang. Männliche und weibliche Zapfen kommen auf einer Pflanze vor. Das Holz der Latsche ist hart und verströmt wegen seines Harzgehaltes einen entsprechenden Duft.
|
|
Vorkommen
Latschen wachsen in den Alpen, in den Pyrenäen, im Erzgebirge, in den Karpaten und dem nördlichen Apennin bis zum Balkan. Man findet sie in Höhenlagen zwischen 1000 und 2700 Metern – und zwar oft in enger Nachbarschaft mit den Alpenrosen. Wegen ihrer elastischen Äste überstehen sie meterhohe Schneeschichten im Winter – und sogar Lawinenabgänge! Die Latschen bilden deshalb in Lagen, in denen keine anderen Baumarten überleben können, einen wichtigen Schutz gegen das Abrutschen von Gestein (Erosion). Liegt der Schnee aber zu lange auf den Latschen (z.B. an Nordhängen), dann kann ihnen der „Schwarze Schneeschimmel“ (Pilz) gefährlich werden.
Verwendung
Durch Wasserdampfdestillation („brennen“) gewinnt man aus den Nadeln und Ästen der Latsche das Latschenkiefernöl. Dies wird bei Schnupfen und Husten verwendet, dient aber auch zur Lockerung der Muskeln (z.B. bei Verspannungen) und wird gegen Hornhaut eingesetzt.
|
|
Schlüsselblume (Primula)
|
|
Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) gehört zur Gattung der Primeln (Primula), die zu der Familie der Primelgewächse (Primulaceae) zählen.
Die 10-30 cm hohe Pflanze blüht meist in der Zeit von März bis Mai. Die Hohe Schlüsselblume ist oft nicht leicht von der echten Schlüsselblume zu unterscheiden. Ein Unterschied liegt in der Farbe der Blüte, welche bei der Hohen Schlüsselblume etwas heller als bei der echten Schlüsselblume ist.
Die Hohe Schlüsselblume bevorzugt feuchte, schattige Plätze. Sowohl von der Echten Schlüsselblume, als auch von der Hohen Schlüsselblume kann aus den Blüten und Wurzeln Tee gewonnen werden, der bei Erkältungskrankheiten eingesetzt wird.
|
|
|
Silberdistel (Carlina acaulis)
|
|
Die Silberdistel gehört zur Gattung Eberwurz (Carlina) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist eine fast stängellose mehrjährige Pflanze, deren Wurzeln bis zu einen Meter tief reichen können. Ihre äußeren Blätter sind wie Laubblätter gestaltet, die inneren Blätter sind an der Oberseite silbrig-weiß. Diese umgeben den eigentlichen Blütenkorb, der sich aus einigen hundert weißlichen bis rötlichen Röhrenblüten zusammensetzt.
Die Silberdistel wird auch Wetterdistel genannt: Ihre Hüllblätter nehmen bei einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit Wasser auf und krümmen sich dadurch. So schützen sie die Röhrenblüten bei Regen. Wenn sich also die Hüllblätter schließen, ist Regen zu erwarten; scheint die Sonne, öffnen sie sich. Die Blütezeit der Silberdistel ist von Juli bis September.
|
|
Vorkommen
Die Silberdistel ist in Europa weit verbreitet – und zwar von Spanien im Westen bis nach Rumänien und die Ukraine im Osten. In Deutschland kommt sie in den Alpen und im Alpenvorland vor, aber auch im Bayerischen Wald, der Schwäbischen Alb und in Richtung Norden sogar bis in den Harz. Meistens wächst sie auf sonnenwarmen Magerrasen in Kalkgebieten. Man findet sie von Tallagen bis auf eine Höhe von 2800 Metern.
Verwendung
Früher wurde der Blütenboden der Silberdistel (ähnlich wie bei der Artischocke) gegessen. Daher wird sie manchmal noch Jägerbrot genannt. Rinder und Schafe meiden die Pflanze, aber Schweinen schmeckt vor allem die Wurzel gut.
Achtung: Geschützt! Die Silberdistel ist eine geschützte Pflanze, darf also nicht gepflückt werden.
|
|
|
Tollkirsche (Atropa)
|
|
Die Tollkirsche gehört zur Gattung der Nachtschattengewächse und wird meist zwischen 50 und 150 Zentimetern hoch. Ihre Früchte haben einen Durchmesser von zehn bis 20 Millimetern. Zunächst sind sie grün; wenn sie reif sind, werden sie meistens schwarz und glänzend. Die Beeren reifen von August bis Oktober. Sie sehen tatsächlich wie Kirschen aus, haben aber keinen langen Stiel und auch keinen Kern. Sie sind eher wie eine Tomate aufgebaut und haben viele einzelne Samen. Ihren Namen bekam die Tollkirsche wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Kirsche und den Tobsuchtsanfällen bei Vergiftungen.
|
|
Vorkommen
Am liebsten wächst die Tollkirsche auf Kalk-, Pohphyr- oder Gneisböden – und hier häufig auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Brachflächen. Man findet sie bis in Höhenlagen von über 2000 Metern.
Verwendung
Bereits seit der Antike wird die Tollkirsche medizinisch genutzt, zum Beispiel als Schmerzmittel, in der Augenheilkunde, als „Belladonna“ in der Homöopathie, bei Epilepsie und im militärischen Bereich auch als Gegengift gegen Nervengas. Früher glaubte man, dass die Tollkirsche Bestandteil von Hexentränken und Hexensalben sei. Auch für Giftmorde wurde die Tollkirsche früher oft eingesetzt.
Achtung: Giftig! Zwar sieht die Tollkirsche schön und appetitlich aus, aber sie ist sehr giftig! Die Wurzeln, Blätter und Früchte enthalten eine Menge an Alkaloiden. Bei Kindern kann der Verzehr von drei bis fünf Beeren zum Tod führen, bei Erwachsenen der Verzehr ab etwa zehn Beeren. Die typischen Symptome einer Tollkirschen-Vergiftung sind Pupillenerweiterung, Trockenheit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich und Pulsbeschleunigung. Bei einer starken Vergiftung kommen hinzu: Unruhe, Weinkrämpfe, Rededrang und Tobsuchtsanfälle bis hin zur Bewusstlosigkeit. Atemlähmungen können zum Tod führen. Die Tollkirsche ist nicht nur für den Menschen giftig, sondern auch für die meisten Säugetiere (z.B. Pferde, Schweine, Hunde, Katzen).
|
|
|
Türkenbund (Lilium martagon)
|
|
Der Türkenbund, auch Türkenbund-Lilie genannt, gehört zur Gattung der Lilien. Er wird zwischen 30 und 150 Zentimetern hoch und ist am Stängel besonders unten beblättert. Seinen Namen hat er wegen der turbanähnlichen Form seiner Blüten. Die Blüten sind fleischrosa, manchmal auch violett bis braunrot. Die Bestäubung erfolgt durch Schmetterlinge, die der Türkenbund (vor allem nachts) mit einem starken Duft anlockt. Der Türkenbund blüht im Juli und August. Gefahr droht ihm von den Rehen, die seine Blütenknospen gerne fressen.
|
|
Vorkommen
In Europa findet man den Türkenbund von Portugal bis zur sibirischen Taiga und auch in der Mongolei, in China und Japan. In Deutschland bevorzugt der Türkenbund Kalkgebiete und wächst in den Alpen bis auf über 2000 Metern Höhe. Man findet ihn in Laub- und Nadelwäldern sowie über der Baumgrenze auch auf freien Wiesen und Matten.
Verwendung/Geschichten
Im Volksgebrauch wird der Türkenbund auch Goldapfel oder Goldwurz genannt. Seine Zwiebel hat eine gold-gelbe Farbe, die im Mittelalter als starkes Heilmittel angesehen wurde. Man glaubte auch, dass die Butter schön gelb wird, wenn man diese Wurzelzwiebel den Kühen zu fressen gibt. Auch Alchimisten waren an der Goldwurz sehr interessiert: Sie glaubten, dass man mit ihrer Hilfe unedles Metall in Gold verwandeln könne.
Achtung: Geschützt!
Der Türkenbund gehört bei uns zu den vollständig geschützten Pflanzen.
|
|
|
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
|
|
Die Vogelbeere, auch Eberesche genannt, gehört zur Gattung der Mehlbeeren. Die Vogelbeere ist kein sehr hoher Baum. Sie wächst in den ersten 20 Jahren relativ schnell und anschließend nur noch stockend. Wenn die Vogelbeere blüht (Mai bis Juni), verbreiteten ihre Blüten einen wenig angenehmen Geruch, weshalb sie manchmal auch Stinkesche genannt wird. Zwischen August und Oktober werden die Früchte reif – zunächst orangerot bis später leuchtend rot. Sie sind etwa erbsengroß. Die in den Früchten steckenden Samen werden mit dem Kot der Vögel ausgebreitet. Die Beeren schmecken aber nicht nur vielen Vögeln, sondern auch Fuchs, Dachs und Nagetieren, zum Beispiel der Haselmaus.
Ihren deutschen Namen „Vogelbeere“ hat sie vermutlich deshalb, weil mehr als 60 verschiedene Vogelarten ihre Früchte fressen. Eberesche heißt sie, weil ihre Blätter Ähnlichkeit mit einer Esche haben; vielleicht aber auch, weil die Vogelbeere früher zur Schweinemast genutzt wurde.
|
|
Vorkommen
Die Vogelbeere ist – mit Ausnahme des Mittelmeerraumes – in Europa und in Teilen Asiens anzutreffen. Insbesondere auf Brachflächen und Lichtungen ist sie eine der ersten Pflanzen, die hier Wurzeln schlagen. Was den Boden betrifft, ist die Vogelbeere relativ flexibel und im Gebirge findet man sie bis an die Baumgrenze. Insgesamt ist sie hart im Nehmen: Frost, Wind und Schnee stören sie wenig. Wegen dieser Robustheit wird sie auch im Lawinenschutz und bei Wildbachverbauungen eingesetzt. Auch Belastungen durch Abgase von Fabriken und Fahrzeugen hält sie tapfer stand.
Verwendung
Getrocknet oder gekocht lässt sich aus den Früchten der Vogelbeere Konfitüre, Likör und Schnaps herstellen. Sogar als Kaffee-Ersatz wurden die Früchte früher verwendet. Das Holz der Vogelbeere wurde gerne für Drechsel- und Schnitzarbeiten eingesetzt. Auch Handwerker schätzten das zähe und biegsame Holz zur Herstellung von Rädern.
Achtung: Giftig! Ob die rohen Früchte der Vogelbeere nur leicht oder stark giftig sind, sei dahingestellt. Bitter sind sie auf alle Fälle und man sollte sie nicht essen.
Geschichten
Der Vogelbeere wurden früher magische Kräfte zugesprochen, etwa als Schutzbaum vor Blitzschlag und Hexenzauber. So waren die Zauberstäbe, die Hexen zum Aufspüren von Erzen verwendeten, aus Vogelbeerzweigen.
|
|
|
Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
|
|
Die Blüten der Walderdbeere haben fünf weiße Blätter. Aus den Blüten reifen zwischen April und Juni die „Beeren“ heran. Die Früchte sind zunächst grün und werden mit zunehmender Reife rot. Die Walderdbeere ist viel kleiner als die Gartenerdbeere. Aus den Walderdbeeren sind durch Züchtung die so genannten Monatserdbeeren entstanden. Sowohl in der Größe als auch beim Aroma sind sie der Walderdbeere sehr ähnlich. Die „normale“ Gartenerdbeere stammt dagegen von der Chile-Erdbeere, gekreuzt mit der amerikanischen Scharlach-Erdbeere, ab.
Vorkommen
Die Walderdbeere findet man meistens an Waldrändern und auf Lichtungen. Verbreitet ist sie in ganz Europa.
|
|
Verwendung
Dass die Erdbeere essbar ist, weiß der Mensch schon lange. Die Walderdbeere diente ihm aber nicht nur als Nahrung, sondern seit Jahrhunderten auch als Heilpflanze. Vor allem in der Volksmedizin gelten die Blätter mit ihrem hohen Gerbstoffgehalt als Heilmittel bei Durchfall, Nervosität, Würmern, Asthma und vielem mehr. Zusammen mit Brombeer- und Pfefferminzblättern werden die getrockneten Erdbeerblätter aber auch als normaler Tee verwendet. Die Walderdbeere schmeckt nicht nur Menschen, sondern auch Füchsen, Dachsen, Eichhörnchen, Igeln, Siebenschläfern, zahlreichen Vögeln, Weinbergschnecken und verschiedenen Käferarten.
|
|
|
Waldvögelein (Caphalanthera)
|
|
Das Waldvögelein gehört zur Gattung der Orchideen und kommt in unterschiedlichen Blütenfarben – von weiß bis beinahe violett – vor. Die Pflanzen werden im Durchschnitt 20 bis 60 Zentimeter hoch. Die Blütezeit des Waldvögeleins ist von Mai bis Juli und der Blütenstand hat zwischen zwei und 20 Blüten. Die Einzelblüten sind stets geschlossen.
Vorkommen
Die Gattung mit vielen verschiedenen Arten kommt nicht nur Nordafrika und Europa, sondern auch in China und Japan vor. Das weiße Waldvögelein ist – im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Orchideen – in einigen Gegenden häufig anzutreffen. Am ehesten findet man das weiße Waldvögelein in lichtem bis dunklem Laub-, Nadel- und Mischwald auf trocknen bis frischen Böden. Auch in Gebüschen ist es anzutreffen. Es meidet kalkfreie Böden.
Achtung: Geschützt! Das weiße Waldvögelein in streng geschützt.
|
|
|
Wollgras (Eriophorum)
|
|
Das Wollgras gehört zur Gattung der Sauergräser mit 18 Arten und zahlreichen Unterarten. Markant sind die Wollschöpfe dieser Gräser. Dabei handelt es aber nicht um Blüten, sondern um Blütenhüllfäden, die sich nach der eigentlichen Blütezeit des Grases verlängern. Das Wollgras hat lange unterirdische Ausläufer und ist ein starker Torfbildner. Es trägt maßgeblich zur Bildung des so genannten Fasertorfes und dem Aufbau von Hochmooren bei.
Vorkommen
Das Wollgras ist eigentlich keine Alpenpflanze, kommt aber bis in Höhen von 2000 Metern vor. Man findet es vorwiegend an Moorstandorten. Trifft man in den Bergen auf Wiesen mit Wollgras, kann man davon ausgehen, dass die Region ziemlich feucht ist. Wollgras gibt es in fast ganz Europa, in Asien und Nordamerika. Durch die Kultivierung der Moore und den Torfabbau sind die Wollgräser im Flachland aber deutlich weniger geworden.
Verwendung
In arktischen Gebieten, vor allem in Alaska, spielt das Wollgras auch eine wichtige Rolle als Futter etwa für Rentiere, Lemminge oder Gänse. Die Menschen verwendeten früher die „Wolle“ der Fruchthaare als Wundwatte, zum Füllen von Kissen oder (gedreht) als Lampen- und Kerzendochte. Als Wollersatz eignet sich Wollgras wegen seiner Brüchigkeit aber nicht. Aber es soll gegen Durchfall, Darmentzündung und Husten helfen.
|
|
|
Zyklame (Cyclame, wildes Alpenveilchen)
|
|
Es gibt viele verschiedene Cyclamen-Arten. Das Alpenveilchen blüht meist im Juli und August und riecht durch ihre ätherischen Öle sehr gut. Auf den Stielen befinden sich stehende rot-violette Blüten, die nach unten hängen. Die Blütenblätter sind aber stark nach oben gebogen.
Vorkommen
Das Alpenveilchen stammt eigentlich aus Kleinasien. Es kam erst im 17. Jahrhundert nach Europa und ist heute besonders im Mittelmeerraum verbreitet. In wilder Form kommt es in Wäldern und Gebüschen der Berchtesgadener Alpen und an den Flüssen entlang bis zur Donau vor. Bei uns wird das Alpenveilchen meist als Topfpflanze gehalten.
Achtung: Giftig und geschützt! Das wilde Alpenveilchen ist geschützt und stark giftig!
|