Sedimente
Bei den Sedimenten handelt es sich größtenteils um Gesteine, die aus Verwitterungsprodukten anderer Gesteine an der Erdoberfläche entstehen. Verwitterung begegnet dir bei deinen Wanderungen ständig. Gerölle im Bach- oder Flussbett oder in Halden unterhalb von Felswänden sind solche Verwitterungsprodukte. Sie waren einst Teil eines großen zusammenhängenden Gesteinspakets und sind durch den Einfluss der Wetterelemente „zerkleinert“ und z.B. durch Wasser von ihrem Ursprungsort abtransportiert worden. Dabei zeigt sich anhand der Rundungen des Gerölls, ob es schon einen langen oder eine kurzen Transportweg hinter sich hat. Ist das Geröll noch kantig und eckig, liegt logischerweise ein kurzer Weg vor. Nach einem langen Weg durch Bach- oder Flussbett zeigt sich das Geröll schön gerundet („Bachkatzen“) und auch viel mehr feine mitgeführte Fracht wie Sand und Ton lassen sich erkennen.
Beim Flusstransport wird Gesteinsmaterial verschiedenster Herkunft gemischt, wenn sich z.B. in großen Flüssen einige Nebenflüsse mit ihrer Fracht treffen. Die Flüsse wiederum transportieren die immer feiner werdende Fracht bis in Seen oder ins Meer.
Je nach Strömungsgeschwindigkeit und Größe setzen sich die groben und feinen mitgeführten Bestandteile dann ab. Im Laufe von vielen Jahrtausenden entstehen so mächtige Sedimentschichten, die dann durch den Druck der überlagerten Schichten und durch chemische Veränderungen verfestigt werden. Es entsteht Sedimentgestein. So wird aus Sand Sandstein und aus losem Geröll (Schotter) wird Konglomerat.
Sandsteine sind durch Bindemittel verfestigte Sande und zeigen oft eine Schichtung (Streifen). Je nach Mineralbestandteil liegen gelblich-ockerfarbene, rötliche, braun-graue oder sogar grünliche sandig aussehende Gesteine vor.
Neben Sandsteinen gibt es Ton- und Mergelsteine, die sich in der Korngröße unterscheiden. Bei Sandstein siehst du mit dem bloßen Auge noch die einzelnen Körner, bei Ton- oder Mergelsteinen hast du keine Chance mehr.
Die gerundeten Gesteinstrümmer im Konglomerat können unterschiedlichster Herkunft sein und das ganze Gestein erinnert an Waschbeton. Ein schönes Beispiel für solch ein Konglomerat findet sich im Allgäu, der so genannte Nagelfluh.
Sedimente können sich aber auch aus den Schalen von abgestorbenen Meerestieren gebildet haben; waren diese Schalen aus Kalk, so gibt es Kalkstein. In diesem findest du oft noch gut erhaltene Fossilien, wie etwa Muscheln, Schnecken, Seeigel oder Ammoniten. Der Kalkstein zeigt sich im Gebirge oft als schroffe Wände und zackige Grate, wie z.B. der Langkofel oder das Wettersteingebirge. Kalk wird relativ leicht von Wasser ausgewaschen und verkarstet. Deshalb gibt es in Kalkgesteinen oftmals Höhlensysteme.
Ein Erkennungsmerkmal der Kalke ist, dass sie beim Auftropfen von verdünnter Salzsäure heftig brausen.
Hierdurch unterscheiden sich die Kalksteine (Calciumkarbonate) von Dolomit, eine Variante von Karbonatgestein mit Calcium und Magnesium. Dolomit ist das Hauptgestein der Dolomiten; es bildet die für die Dolomiten charakteristischen „Türme“ und zerbricht splittrig, so dass die zum „Abfahren“ so geeigneten Schuttreißen entstehen.
Neben Kalkschalen gibt es im Meer auch Lebewesen aus kieseligen Bestandteilen, wie z.B. die mikroskopisch kleinen Radiolarien, deren Skelette den Radiolarit (Hornstein) bilden; ein dichtes, sehr hartes, oftmals weinrotes Sedimentgestein aus Quarzmasse. Hornsteine kommen z. B. auch linsenförmig als (schwarze) Einschlüsse im Kalkgestein vor.
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