Wenn man bei uns von Milch spricht, meint man eigentlich immer Kuhmilch. Aber auch andere Säugetiere geben Milch, die der Mensch verwendet (z.B. Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Rentiere, Kamele, Yaks, Büffel).  

 

Kuh fressend
 Eine Kuh (oder ein anderes Säugetier) gibt aber nicht automatisch und dauernd Milch. Die Milchproduktion einer Kuh setzt erst nach der Geburt eines Kalbes ein und hält dann etwa ein Jahr an.
Milch kann man nicht nur trinken, sondern auch viele Produkte aus ihr herstellen: Sahne, Butter, Schmalz, Joghurt, Quark, Käse … und wie man das macht, das haben die Menschen schon vor langer Zeit herausgefunden.
 
Almbutter

Milch - Sahne - Butter

Gemolken wird heute nur noch selten von Hand, meistens werden Melkmaschinen eingesetzt. Rohe Milch verdirbt leicht und muss rasch verarbeitet werden. In der Regel wird sie in Molkereien kurz erhitzt und dann abgekühlt (pasteurisiert) und so etwas länger haltbar gemacht.
Milch enthält einiges an Fett. Lässt man die Milch stehen, dann sammelt sich an der Oberfläche dieses Fett, Rahm genannt. Schöpft man diesen Rahm ab, kann man aus ihm Schlagsahne oder Butter herstellen. Durch stampfen oder drehen des Rahms zerplatzen die Fettkügelchen des Milchfetts und das Fett verklumpt. Aus dem Rahm wird Butter und die dabei übrigbleibende Flüssigkeit ist die Buttermilch. Für ein Kilogramm Butter braucht man etwa 20 Liter Milch.
Wird die Butter geschmolzen, dann erhält man Butterfett, auch Butterschmalz genannt, das zum Kochen verwendet wird und länger hält als die Butter.
 
Bergkäse
 
 
 
 
 
 
 
 
Almkäse

So ein Käse

Es gibt unglaublich viele Käsesorten, vermutlich bis zu 5.000 verschiedene. Welche Art von Käse entsteht, hängt von der verwendeten Milch (Kuh, Schaft, Ziege), deren Vorbehandlung, dem Herstellungsprozess, verschiedenen Zusätzen sowie der Nachbehandlung ab.
Setzt man der Milch Milchsäurebakterien zu, dann entsteht Frischkäse. Setzt man ihr dagegen Lab (ein Gerinnungsmittel z.B. aus Kälbermägen) zu, dann erhält man Hartkäse, Schnittkäse oder Weichkäse.
Üblicher Weise setzt man also der Milch ein Gerinnungsmittel zu, damit sie eindickt. Durch Erhitzung und zerkleinern der Masse (z.B. mit einer Käseharfe) entsteht der sogenannte Käsebruch. Dieser wird in Tüchern ausgepresst, in eine Form gelegt und vielleicht auch noch gewürzt. Dann muss die Masse reifen. Je nach Käsesorte dauert das unterschiedlich lange – bei einem Bergkäse bis zu einem Jahr.
 
 
Almjausen
 
 
 
 
 
 
 
 
Speck und Kasbrot

Sind Milch und Käse gesund?

Grundsätzlich ja, da sie beispielsweise viel Calcium enthalten. Und wenn die Kuh auf die Weide kommt und sich von frischem Grünfutter ernährt, dann enthält ihre Milch noch mehr Vitamin E, Beta-Karotin und gesunde Fettsäuren. Aber nicht jeder Mensch verträgt Milch und Milchprodukte. Dies liegt meist daran, dass der Körper nach dem Säuglingsalter den in der Milch enthaltenen Milchzucker nicht mehr aufspalten kann und man nach dem Verzehr von Milchprodukten unter Blähungen, Durchfall o.ä. leidet. Nördlich der Alpen tritt eine solche Lactoseintoleranz eher selten auf (bei ca. 10-15 % der Erwachsenen). In südlichen Ländern, in Afrika und Asien ist diese Unverträglichkeit dagegen eher der Normalfall (bei ca. 90 % der Erwachsenen). Also: einen Chinesen oder Afrikaner besser nicht zu einer Käsebrotzeit oder zu einem Käsefondue einladen.
 
 

Alles in Butter?

Wollte man im Mittelalter zerbrechliche Dinge (z.B. Geschirr) transportieren, dann hat man diese in warme Butter eingelegt. Die sich abkühlende Butter umschloss dann das zerbrechliche Gut und schützte es. Daher kommt der Spruch „alles in Butter“, wenn alles in Ordnung ist.  
   

Milch


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