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Was ist eine Alm?
Eine Alm, Alpe, Alp, oder Schwaig(e) ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der höhenmäßig über dem „Talhof“ liegt und der nicht das ganze Jahr über bewirtschaftet wird. Grundsätzlich geht es darum, dass die Weidefläche von Bauernhöfen in früheren Jahrhunderten oft nicht ausreichte, alle am Hof lebenden Personen zu ernähren. Um mehr Vieh halten zu können, mussten zusätzliche Weideflächen her. Diese fand man in Gebirgsgegenden am Berg in Höhenlagen, die nicht das ganze Jahr über bewirtschaftet werden konnten. In den kurzen Bergsommern trieb man das Vieh dann auf diese höher gelegenen Weiden und konnte so das im Tal wachsende Gras als Wintervorrat (Heu) anlegen.
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Arten von Almen
Manchmal steht eine Alm ganz allein auf dem Berg, in anderen Gegenden findet man dagegen ganze Almdörfer. Auch was die Bauweise angeht, gibt es große Unterschiede. Die eine Alm ist ganz aus Holz errichtet, eine andere vielleicht aus Stein gebaut. Manche haben einen Stall dabei, andere nicht usw.
Auch was das Almvieh betrifft, ist Alm nicht gleich Alm. Auf der einen weiden Rinder, auf einen anderen vielleicht Pferde, Schafe oder gar Ziegen. Bei den Rindern ist zu unterscheiden, ob es sich um Jungvieh handelt, das noch keine Milch gibt, oder um eine Kuhalm, auf der Milch anfällt und die entsprechend weiterverarbeitet werden muss (z.B. zu Butter, Käse).
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Was braucht man für eine Alm?
Die meisten Almen sind schon vor Jahrhunderten entstanden und besitzen entsprechend alte Almrechte. Zur Bewirtschaftung einer Alm benötigt man neben einer Unterkunft (Hütte, Kaser) auch Weideflächen und Wasser. Ohne Weide verhungert das Vieh und ohne Wasser verdursten Tier und Mensch. Auch Holz braucht man, wenn man Milch zu Käse verarbeiten will, denn dann muss erhitzt und gerührt werden. Und was hilft die schönste Bergweide, wenn sie für die Tiere unerreichbar ist? Ein Weg vom Tal zur Alm gehört also auch dazu.
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Senn oder Sennerin
Je nach Gegend werden die Almen entweder von Männern oder von Frauen bewirtschaftet. Bei den genossenschaftlichen großen Almen findet man eher männliches Personal (insbesondere in der Schweiz und im Allgäu), während im östlichen Alpenraum eher die Sennerin vorherrscht. Je größere eine Alm und je mehr Milchvieh auf ihr weidet, desto mehr Personal wird man auf ihr antreffen, das dann auch über eine entsprechende Arbeitsteilung (z.B. Hirte für den Weidebetrieb, Senn für die Milchverarbeitung und Käserei etc.) verfügt.
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Auftrieb
Bevor es vom Talhof aus für 10-12 Wochen mit Sack und Pack auf die Alm geht, ist einiges zu erledigen. Zuerst muss überprüft werden, ob der Almweg und die Hütte noch in Ordnung sind. Meist müssen auch Zäune gerichtet und Brennholz aufgearbeitet werden.
Auch die Tiere kann man nach dem Winter nicht einfach vom Stall auf die Alm treiben. Sie müssen sich erst wieder auf das Leben auf der Weide gewöhnen und vom Dürrfutter des Winters (z.B. Heu) auf Grünfutter (frisches Gras) umgewöhnt werden. Sollen Rinder aus verschiedenen Ställen auf eine Alm getrieben werden, dann müssen diese erst die Rangordnung untereinander regeln – da raufen die ganz schön miteinander, bis feststeht, wer die Leitkuh ist.
Wenn alles vorbereitet ist, dann geht es in der Zeit von Ende Mai bis Ende Juni an einem bestimmten Tag in aller Frühe los. Der baldige Abmarsch hilft, die größte Hitze zu vermeiden und zu mancher Alm sind die Tiere viele Stunden unterwegs. Mit auf die Alm müssen auch die Lebensmittel (Brot, Mehl, Speck etc.) für das Almpersonal, Salz für die Tiere, das Milchgeschirr, die persönliche Bekleidung und was man halt sonst so für die nächsten Wochen braucht.
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Alltag auf der Alm
Aufgestanden wird auf einer Alm sehr früh. Ist das Vieh auf der Nachtweide, dann muss es gesucht, geholt und gemolken werden (sofern es sich um Milchvieh handelt). Die gleiche Prozedur erfolgt auch nochmals gegen Abend. Anschließend kommen die Tiere wieder auf die Weide und die Sennerin bzw. der Senn müssen die Milch weiterverarbeiten, damit sie nicht verdirbt (z.B. Butter, Käse). Neben dem Melken und der Milchverarbeitung muss sich das Almpersonal auch um den Weidegang der Tiere kümmern, eventuell kranke Tiere versorgen, Stall und Hütte reinigen, Essen kochen und Wildheu als Futterreserve machen.
Eine Alm wird nicht planlos beweidet, vor allem auf größeren Weideflächen ist ein systemtaischer Umtrieb (Weidewechsel) unerlässlich.
Durch Stromaggregate, Solaranlagen, Melkmaschinen, Fahrwege, Allradfahrzeuge und Handys ist das Leben auf der Alm zwar einfacher geworden, leicht ist es aber immer noch nicht. Auch auf der Alm scheint nicht immer die Sonne und Unwetter oder längere Regenperioden erschweren die Arbeit. |
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Was man nicht sollte
Almen sind bäuerliche Betriebe, auch wenn die eine oder andere Hütte eher den Eindruck eines Berggasthofes vermittelt. Letzteres wird dann aber auf entsprechenden Hinweisschildern angekündigt. Ansonsten hat man auf einer Alm keinen Anspruch auf Verköstigung oder Nächtigung. Auf eine freundliche Bitte hin wird einem aber nur selten die Benutzung der Sitzbank oder des Brunnens verweigert.
In keinem Fall sollte man sich verschwitzt in den Brunnentrog stürzen, weil das Vieh anschließend das Wasser nicht mehr trinkt.
Das Almvieh sollte man in Ruhe lassen. Insbesondere ganz junge Tiere reizen zum Streicheln, was aber das Muttertier sehr krumm nehmen kann.
Oft stößt man vor der Alm auf ein Gatter, das den Weg versperrt. Dieses sollte man hinter sich unbedingt wieder schließen. Lässt man es offen, dann büxt das Vieh aus und die Almleute haben ihre liebe Not, die Tiere wieder zu finden und zurückzutreiben.
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Almabtrieb / Viehscheid
Ende September / Oktober ist in der Regel der Almsommer vorüber und es geht wieder zurück auf den Talhof. Vorher muss allerdings noch die Hütte winterfest gemacht werden, der Mist ausgebreitet, die Zäune abgebaut und was sonst noch so ansteht. Ist der Almsommer gut verlaufen, dann geht es an einem bestimmten Tag zurück ins Tal. Die Tiere sind dabei oft geschmückt und an manchen Orten findet ein regelrechtes Volksfest statt.
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