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Gletscherbilden sich aus Schnee, der hoch oben in den Bergen fällt. In der Höhe ist es so kalt, dass der auch im Sommer liegen bleibt. Im Verlauf von ungefähr sieben Jahren wandelt sich der Altschnee langsam in Gletschereis um. Wie eine weiße Decke legt sich das Eis über den Berg und nur die Bergspitzen und Steilwände schauen heraus. Dort, wo im Sommerder Neuschnee abschmilzt, schaut das blanke Gletschereis heraus, erkennbar an der Graufärbung. Da kann man auch deutlich die Spalten sehen.
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Warum hat ein Gletscher Spalten?Das Gletschereis ist nicht starr und fest sondern zäh und formbar. Es „fließt“ wie zähflüssiger Honig ganz langsam die steilen Berghäng hinab Richtung Tal. Mit bloßem Auge kann man das nicht sehen. Man kann es aber mit Geräten messen. Große Gletscher schieben mehrere Zentimeter - bis zu einem halben Meter pro - Tag hangabwärts. Da das Eis auch über Stufen und Abbrüche drüber fließt, bilden sich an der Oberfläche Sprünge und Risse, eben die Gletscherspalten.
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Gemeinsam am SeilGletscher kommen in den Alpen erst ab einer Höhe von ungefähr 3000 Metern vor. Auf dem Gletscher musst du dir deinen Weg selbst suchen. Da gibt es keine Schilder oder Markierungen. Wenn zudem das Eis noch schneebedeckt ist, kann man die zahlreichen Spalten nicht erkennen. Deshalb gehen die Bergsteiger gemeinsam am Seil. Wenn einer in eine Spalte einbricht, müssen ihn die anderen mit ihrem Körpergewicht halten.
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SpaltensturzUnd natürlich müssen ihn die anderen auch wieder raus ziehen. Das heißt dann Spaltenbergung. Damit das im Ernstfall gut klappt, muss man vorher trainieren. Hier siehst du drei Bergsteiger bei einer Übung. Sie ziehen den Gestürzten mit einem Seil wieder aus der Spalte raus. Das machen sie mit einem Seilflaschenzug. Ein Pickel wird im Schnee vergraben (das nennt man dann "toten Mann") und daran wird der Seilzug befestigt.
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SpaltenspringerWenn das Gletschereis nicht schneebedeckt ist, kannst du die Spalten gut sehen. Man sagt dann, der Gletscher ist "aper", also blank und ohne Schnee drauf. Mit einem großen Satz kannst du dann einfach drüber springen. Um auf dem harten Eis nicht auszurutschen, braucht man Steigeisen. Die Zacken krallen sich bei jedem Schritt fest in das harte Eis hinein und geben so einen festen Halt. Wenn es steiler wird, dann nimmst du den Pickel zu Hilfe. Mit seiner spitzen Haue beißt er sich im Eis fest und es ist dann sogar möglich, senkrechte Eisstufen überwinden.
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Üben, üben, ÜbenDie Ausrüstung von Hochtourengehern (so heißen die Bergsteiger, die auf dem Gletscher unterwegs sind) ist ein bisschen so wie das, was du im Winter an hast. Mütze, Handschuhe und Anorak, außerdem noch feste Bergschuhe, Steigeisen, Pickel und einen Helm gegen Steinschlag. Für das Anseilen brauchst du einen Klettergurt, Karabiner und natürlich das Seil. Bevor du allerdings zu einer Hochtour aufbrichst, solltest du vorher den Umgang mit der Eisausrüstung üben. Im Notfall muss dann jeder Handgriff sitzen.
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Sterbende GletscherLeider führt der Klimawandel dazu, dass die Alpengletscher immer mehr abschmelzen. Die vom Menschen verursachte Luftverschmutzung bewirkt, dass die Temperaturen langsam aber sicher steigen. Der Schnee bleibt dann im Sommer nicht mehr liegen und es kann sich kaum neues Gletschereis bilden.
In den letzten 20 Jahren haben die Gletscher teilweise die Hälfte ihres Eises verloren. Das ist nicht nur für die Bergsteiger schlimm, weil sie dann keine „Hochtouren“ mehr machen können. Auch der Wasserhaushalt der Natur gerät durcheinander und die Tiere und Pflanzen können sich an die sich schnell verändernden Lebensbedingungen in den Alpen nicht anpassen.
Viele Eisgipfel, die früher noch bequem über Eis und Schnee erreichbar waren, sind durch den Rückzug der Gletscher zu gefährlichen Geröllbergen geworden. Noch in diesem Jahrhundert, so sagen die Wissenschaftler, werden die Alpengletscher verschwunden sein. Und dann ist das Ice Age endgültig vorbei.
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